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Klimaschutz in der Landwirtschaft lässt sich nicht pauschalisieren. Jeder Betrieb ist ein komplexes System mit individuellen Wechselwirkungen. Eine Massnahme kann an einem Ort Emissionen senken, an einem anderen sie unbeabsichtigt erhöhen. Deshalb setzen wir auf betriebsindividuelle Lösungen statt Standardrezepte. Entscheidend ist die fachliche Beratung im persönlichen Austausch, nicht die automatisierte Empfehlung eines Tools. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Betrieben massgeschneiderte, wirksame Klimastrategien zu entwickeln, die ökologisch wie ökonomisch überzeugen.

Am IfA unterstützen wir landwirtschaftliche Betriebe mit einer wissenschaftlich validen und praxistauglichen Klimabilanzierung. Unser Klimarechner macht Emissionen sichtbar und steuerbar. Wir analysieren die COeq₂-Bilanz, identifizieren betriebliche Hot-spots und entwickeln konkrete Reduktionsstrategien. So verbinden wir Datenanalyse, Beratung und Umsetzung für eine Landwirtschaft, die wirtschaftlich tragfähig und klimaverantwortlich ist.
 

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Je nach Entwicklung der Emissionen werden die globalen Durchschnittstemperaturen bis 2100 um 1.5°C bis 4.8°C steigen1. Falls die weltweite Durchschnittstemperatur nur um 2-3°C steigt – was in den optimistischeren Szenarien zu erwarten ist – sinken in weiten Teilen der Welt die Erntemengen teilweise drastisch, während sie sich in den gemässigten Breiten partiell auch erhöhen2. Weitere Folgen des 2-3°C Szenarios sind u.a. einerseits eine Zunahme der Dürregebiete um bis zu 40% 3, andererseits aber auch vermehrte Überschwemmungen aufgrund von Veränderungen des Wasserkreislaufes4. Die Herausforderung, sich an diesen stattfindenden Wandel anzupassen ist für Gesellschaft und Landwirtschaft gewaltig. Die sinkenden Erntemengen werden den Druck auf Produktivität und Nachfrage weiter steigern, während die zunehmenden Extremereignisse die Produktion erschweren und das Risiko von Missernten erhöhen.

Für die Schweiz rechnet der Klimabeirat des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK bis 2050 mit einem mittleren Temperaturanstieg von 2.7°C im Sommer und 1.8°C im Winter5. Prognostizierte Folgen sind eine Abnahme des Regens um 20% im Sommer und eine Zunahme von Schnee und Regen um 10% im Winter. Extreme Regenereignisse und damit Bodenerosion, Hochwasser und Murgänge werden häufiger und Hitzewellen und Trockenperioden nehmen zu. Winterliche Kältewellen nehmen ab. Die Verfügbarkeit von Wasser nimmt ab und es kommt dadurch zu Konkurrenzsituationen zwischen verschiedenen Verbrauchern, Ökosystemen und Regionen.

Dies bedeutet: um auf die Herausforderung durch den Klimawandel angemessen zu reagieren, müssen alle Massnahmen, Projekte und Änderungen, die jetzt in der Ernährungswirtschaft unternommen werden, auch in Richtung einer Anpassung an diese mittelfristig zu erwartenden Verhältnisse führen und dürfen dem Klimaschutz nicht zuwiderlaufen. In Gebietskulissen wo der Schutz vor Naturgefahren Vorrang hat oder die bereits anfällig gegenüber Trockenheit sind, ist die Anpassung an den Klimawandel dringlich.

Die wohl zentralste und grundlegendste Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel ist die Sicherung einer hohen Bodenfruchtbarkeit und Strukturqualität des Bodens6. Solche Böden können viel Wasser aufnehmen (hohes Infiltrationspotential), was einerseits der Anpassung an die kommenden Trockenperioden dient, da ein hoher saisonaler Wasserrückhalt das regionale Wasserregime stabilisiert, andererseits verringert eine hohe Bodenfruchtbarkeit den Wasserabfluss und bietet damit Schutz vor Erosion und Hochwassern7. Die Hochwasserschäden, die durch erodiertes Bodenmaterial entstehen, sinken. Solche Schutzfunktionen guter Böden sind besonders in Siedlungsnähe bedeutsam.

Weitere Potentiale, um die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe im Rahmen von Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zu erhöhen, bestehen durch Querschnittsvorhaben mit dem Bereich «Energie und Ressourcen». Die Landwirtschaft bietet Möglichkeiten der nachhaltige Energieerzeugung und Nutzung, beispielsweise durch Biogasanlagen oder Agro-Fotovoltaik und insbesondere im Bereich der "Controlled Environment Agriculture (CEA)" durch neue Wege der Energieintegration. Die Nachfrage nach Energie, besonders CO2-freier Energie werden durch die Klimaänderung steigen5.

Für jeden Landwirtschaftsbetrieb ist eine fundierte Klimabilanz die Grundlage jeder wirksamen Klimastrategie. Nur wenn die Treibhausgasemissionen eines Betriebs vollständig erfasst werden, lassen sich die Hauptverursacher (Hotspots), etwa in Pflanzenbau, Tierhaltung oder Energieverbrauch, eindeutig identifizieren. Daraus entstehen gezielte Massnahmen und Reduktionspfade, die in eine realistische Roadmap für klimafreundliches Wirtschaften überführt werden können.

Klimabilanzen sind heute nicht mehr Kür, sondern Pflicht: Durch internationale Regulierungen wie die EU-CSRD-Richtlinie wächst der Druck auf Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette, ihre Emissionen offenzulegen, so auch in der Landwirtschaft.

Am IfA unterstützen wir landwirtschaftliche Betriebe mit einer wissenschaftlich validen und praxistauglichen Klimabilanzierung. Unser Klimarechner macht Emissionen sichtbar und steuerbar. Wir analysieren die CO₂-Bilanz, identifizieren betriebliche Hotspots und entwickeln konkrete Reduktionsstrategien. So verbinden wir Datenanalyse, Beratung und Umsetzung für eine Landwirtschaft, die wirtschaftlich tragfähig und klimaverantwortlich ist.

Klimaschutz in der Landwirtschaft lässt sich jedoch nicht pauschalisieren. Jeder Betrieb ist ein komplexes System mit individuellen Wechselwirkungen. Eine Massnahme kann an einem Ort Emissionen senken, an einem anderen sie unbeabsichtigt erhöhen. Deshalb setzen wir auf betriebsindividuelle Lösungen statt Standardrezepte. Entscheidend ist die fachliche Beratung im persönlichen Austausch, nicht die automatisierte Empfehlung eines Tools. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Betrieben massgeschneiderte, wirksame Klimastrategien zu entwickeln, die ökologisch wie ökonomisch überzeugen.

Quellen
  1. IPCC. Climate Change 2014: Mitigation of Climate Change. Contribution of Work-ing Group III to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Edenhofer, O., R. Pichs-Madruga, Y. Sokona, E. Farahani, S. Kadner, K. Seyboth, A. Adler, I. Baum, S. Brunner, P. Eickemeier, B. Kriemann, J. Savolainen, S. Schlömer, C. von Stechow, T. Zwickel and J.C. Minx (eds.)]. (Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, 2014).
  2. Bierbaum, R. M., Fay, M. & Ross-Larson, B. [editor]. World development report 2010 : development and climate change (Vol. 1 of 2). World Bank https://documents.worldbank.org/en/publication/documents-reports/documentdetail/201001468159913657 (2010).
  3. Samaniego, L. et al. Anthropogenic warming exacerbates European soil moisture droughts. Nat. Clim. Change 8, 421–426 (2018).
  4. The World Bank. Turn down the heat : why a 4°C warmer world must be avoided. World Bank https://documents.worldbank.org/en/publication/documents-reports/documentdetail/865571468149107611 (2012).
  5. OcCC & ProClim (Hrsg.). Klimaänderung und die Schweiz 2050 - Erwartete Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. https://scnat.ch/de/id/hQ6Ym (2007).
  6. Jung, R. & Schmidtke, K. Kapitel 4: Bodenfruchtbarkeit. in Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft (Johann Heinrich von Thünen-Institut, 2019).
  7. Willner, S. N., Levermann, A., Zhao, F. & Frieler, K. Adaptation required to preserve future high-end river flood risk at present levels. Sci. Adv. 4, eaao1914 (2018).
     
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