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Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema in Landwirtschaft und Ernährung, weil Produktion und Konsum gleichzeitig ökologische Belastungsgrenzen, ökonomische Tragfähigkeit und soziale Anforderungen berühren. Zwei Perspektiven sind dabei besonders relevant: eine nachhaltige Intensivierung, die Erträge sichert und Umweltbelastungen reduziert, sowie agrarökologische Ansätze, die neben ökologischen auch soziale und ökonomische Fragen einbeziehen.
Im Mittelpunkt unserer praktischen Arbeit stehen die landwirtschaftlichen Betriebe. Gleichzeitig betrachten wir Nachhaltigkeit im Zusammenspiel der Akteure entlang der Wertschöpfungsnetze, von der Produktion über Verarbeitung und Handel bis hin zum Konsum. Für die Beurteilung von Nachhaltigkeit braucht es klare Definitionen, verlässliche Daten und transparente Methoden. Ein Ziel unserer Arbeit ist es, Nachhaltigkeitswirkungen auf Betriebsebene und entlang der Wertschöpfungskette zu erfassen, zu analysieren und für Entscheidungen nutzbar zu machen. Mehr dazu finden Sie unter Angebot.

 

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Nachhaltigkeit in der Land- und Ernährungswirtschaft ist mehrdimensional. Sie umfasst ökologische Themen wie Klima, Boden, Wasser und Biodiversität sowie ökonomische Aspekte, soziale Bedingungen für Menschen und Tiere und Fragen der Unternehmensführung. Da diese Dimensionen unterschiedliche Zielgrössen und Bewertungsansätze aufweisen, sind für eine belastbare Beurteilung klar definierte Methoden und nachvollziehbare Analysen erforderlich.
Ein häufig verwendeter Referenzrahmen ist das Konzept eines "safe and just operating space"1, das soziale Mindestanforderungen mit ökologischen Belastungsgrenzen, insbesondere den planetaren Grenzen2, verbindet. In der praktischen Anwendung bedeutet dies, dass Leistungen und Belastungen nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Zusammenhang von Produktionssystemen, biophysikalischen Prozessen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen3.

Für die Land- und Ernährungswirtschaft lässt sich Nachhaltigkeit als Zielrichtung beschreiben, bei der drei Anforderungen gleichzeitig adressiert werden: Erstens die Bereitstellung ausreichender Lebensmittel und Rohstoffe für eine gesunde Ernährung, zweitens die Sicherung wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehens der beteiligten und betroffenen Akteure sowie des Tierwohls, und drittens die langfristige Funktionsfähigkeit zentraler ökologischer Systememkomponenten. In der Umsetzung treten Zielkonflikte auf, beispielsweise zwischen betrieblicher Wirtschaftlichkeit und der Reduktion von Umweltwirkungen. Daher wird Nachhaltigkeit in der Praxis häufig als kontinuierlicher Entwicklungsprozess verstanden, der Prioritäten setzt, Wirkungen überprüft und Massnahmen für die Zielerreichung schrittweise anpasst.

Zur Einordnung von Handlungsansätzen werden oft die drei Strategien Effizienz, Konsistenz und Suffizienz verwendet. Effizienz zielt auf eine höhere Ressourcenproduktivität und geringere Umweltwirkungen pro Einheit ab. Konsistenz bezieht sich auf die qualitative Ausgestaltung von Produktionssystemen, etwa durch Kreislaufprinzipien, standortangepasste Verfahren oder Anforderungen an die Tierhaltung. Suffizienz beschreibt eine Reduktion von Ressourcenverbrauch durch veränderte Nachfrage und Konsummuster. Welche Strategie in welcher Kombination wirksam ist, hängt von Kontext, Zielsetzung und Rahmenbedingungen ab. Dies macht die Umsetzung von Nachhaltigkeit anspruchsvoll. 

Am Institut für Agrarökologie verbinden wir wissenschaftliche Grundlagen mit praktischer Anwendung, um Wirkungen und Zielkonflikte transparent zu machen und Entscheidungsgrundlagen zu verbessern. Mehr zu unseren Nachhaltigkeitstools erfahren Sie unter Angebot.
 

Quellen
  1. Raworth, K. A Safe and Just Space for Humanity: Can We Live within the Doughnut? Oxfam Discussion Papers https://primarysources.brillonline.com/browse/human-rights-documents-online/a-safe-and-just-space-for-humanity-can-we-live-within-the-doughnut;hrdhrd98240069 (2012).
  2. Rockström, J. et al. Planetary Boundaries: Exploring the Safe Operating Space for Humanity. Ecol. Soc. 14, (2009).
  3. Niggli, U. & Riedel, J. Agroecology empowers a new, solution-oriented dia-logue. Landbauforsch. J. Sustain. Org. Agric. Syst. 15–20 (2020) doi:10.3220/LBF1602159680000.
  4. Fanning, A. L. & Raworth, K. Doughnut of social and planetary boundaries monitors a world out of balance. Nature 646, 47–56 (2025).
  5. Siebenhüner, B. Homo Sustinens: Auf Dem Weg Zu Einem Menschenbild Der Nachhaltigkeit. vol. 42 (Metropolis, 2001).
     
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