„Entwicklungsperspektiven der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland“: UBA-Workshop

Am 21. August wird am Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit BMU über die Zukunftsperspektiven einer nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland gesprochen. Judith Riedel und Urs Niggli (agroecology.science) und Knut Ehlers (UBA) präsentieren die wichtigsten Ergebnisse des Sachverständigengutachtens “Entwicklungsperspektiven der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland”  und diskutieren die lokale und globale Wirkung des Ökolandbaus und mögliche Zukunftsszenarien mit deutschen Landwirtschaftsexpert*innen.  

Die wachsende Weltbevölkerung stellt die Landwirtschaft vor grosse Herausforderungen: Um immer mehr Menschen ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen zu können, muss sie ihre Erträge steigern; gleichzeitig ist die moderne intensivierte Landwirtschaft in ihrer jetzigen Form wesentlich verantwortlich für Umwelt- und Klimaschäden in Deutschland und weltweit. Sie muss sich wandeln, aber wie?

Urs Niggli, Judith Riedel und Co-Autor*innen haben im Auftrag des UBA und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL in der Studie “Entwicklungsperspektiven der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland” Stärken und Schwächen des gegenwärtigen Ökolandbaus aufgezeigt, Potentiale für Innovation identifiziert und Entwicklungsszenarien für eine nachhaltige deutsche Landwirtschaft entworfen und analysiert. Die Ergebnisse stellen sie am 21.August 2020 im Rahmen eines Workshops am BMU vor, wo sie die Ergebnisse der Studie mit Experten diskutieren.

Wichtige Punkte der Studie:

  • Das Konzept “Öko 4.0” schlägt einen Ökolandbau vor, welcher die Ergebnisse des wissenschaftlich-technischen Fortschritts für den Bereich des Ökolandbaus nutzbar machen möchte und so die Erträge biologisch nachhaltig steigern kann. Das Szenario soll zeigen, ob weitere Produktionssteigerung kombiniert mit einer umfassenden Nachhaltigkeitsanalyse der Betriebe überhaupt möglich ist. So soll ein massgebliches Flächenwachstum des Ökolandbaus ermöglicht werden. Die Eignung von Technologien für den Ökolandbau soll statt durch pauschalisierende Einschätzungen wie «Naturbelassenheit» durch eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung entschieden werden.
  • Das Konzept der “Integrierte Produktion” hat große Übereinstimmung mit dem Konzept des Ökolandbaus (Pflanzenschutzpyramide) und ist sowohl grundsätzlich umweltverträglich als auch technologieoffen. Es wird aber zu selten umgesetzt, das Potential also nicht realisiert. Das Szenario “Integrierte Produktion +” (IP+) sieht beim Pflanzenschutz vor, kulturpflanzenspezifische Leitlinien zu entwickeln und diese verbindlich umzusetzen. So hat das Szenario Potential, die Zielkonflikte zwischen Produktivität und Nachhaltigkeit zu minimieren.

Weitere Informationen

Kontakt

  • Judith Riedel, agroecology.science
  • Urs Niggli, agroecology.science

Downloads und Links 

Programm

ab 10.30 Uhr: Begrüßungskaffee

10.45 Uhr: Begrüßung durch BMU (n.n.) und UBA (Franziska Kersten, Vizepräsidentin)

10.55 Uhr: „Entwicklungsperspektiven für die ökologische Landwirtschaft in Deutschland“ – Intention und Zielstellung, Knut Ehlers (UBA)

11.10 Uhr: „Entwicklungsperspektiven für die ökologische Landwirtschaft in Deutschland“ – ökologische und soziale Vorzüglichkeit versus globale Ökoeffizienz,  Judith Riedel, Urs Niggli

11.30: Diskussion

12.35 Uhr: Mittagspause

13.20 Uhr: „Entwicklungsperspektiven für die ökologische Landwirtschaft in Deutschland“ – Vorstellung der Szenarien (Öko-Kontinuität, Öko 4.0 und IP+), Judith Riedel, Urs Niggli

13:40 Uhr: Diskussion

14.45 Uhr: Ausblick und Abschluss

15.00 Uhr: Ende der Veranstaltung